
|
Seit über 20 Jahren weht mir nun Pferdeluft um die Nase und die Reiterei war für mich immer mehr als nur ein Sport oder Hobby.
Vom Pferdevirus befallen, verdiente ich mir die ersten Sporen in einem ländlichen Reitverein. In den ersten 10 Reitstunden beförderte mich Schulpferd "Marco" gleich 3 mal auf den Boden der Reithalle, bzw. in den Graben auf den Weg zur Reithalle. Das konnte mich aber nicht abschrecken, so ließ man uns (eine Gruppe von 5 Anfängern) dann alleine in's Gelände, denn "reiten lernt man nur durch reiten!". Während uns die "fortgeschrittenen" Vereinsreiter mitleidig belächelten, lernten wir die verschiedensten Begriffe wie "durchgehen", etc. hautnah am eigenen Leib kennen. "Learning by doing" gewissermassen ! Natürlich sind wir in dieser Zeit nicht nur durchs Gelände geschossen, man hat uns auch die Grundzüge einer klassischen Dressurausbildung zuteil werden lassen. Auch Springstunden durften nicht fehlen. Wir hatten viel Spaß und haben auch gemeinsame Reiturlaube und -wochenenden in Ungarn und in Seligenporten verbracht. Von meinem damaligen Reitlehrer (ein Dragoner und Pferdemann der alten Schule) habe ich viel gelernt und ich hatte auch das Glück, in eine Reitgruppe zu kommen, die alles etwas lockerer nahm. So stand für mich auch immer das Pferd im Vordergrund und nicht die Eitelkeit und überzogener Ehrgeiz (wie leider bei vielen Reitern).
|
Nach 2 Jahren auf Schulpferden reifte dann der Wunsch nach einem eigenem Pferd. Und bei einem unserer Reitwochenenden im Kloster Seligenporten bei Toni Bauer kaufte ich dann zusammen mit meiner damaligen Freundin (durch sie bin ich auch zu den Pferden gekommen) eine bildhübsche (Württemberger) Stute. Das war mein erstes (wenn auch nur halbes) Pferd, das wir auf den Namen "Piroschka" tauften. Die hübsche "Piroschka" hatte mächtig Pfeffer im Hintern und meine damalige Freundin (die seit ihrer Kindheit ritt und wirklich einen guten Sitz hatte) lieferte sich mit ihr so manches "Gefecht". Bei mir war sie (gottseidank) eigentlich immer brav, was aber vielleicht auch daran lag, daß ich ihr nicht allzuviel abverlangte.
|

"Piroschka I"
|

"Piroschka II"
|
Um schließlich (ein Jahr später) bei meiner (diesmal ganz eigenen) "Piroschka" zu landen, die damals 10 Jahre alt war und mit der ich fast 15 Jahre meines Lebens zusammen verbingen durfte. In dieser Zeit haben wir so Einiges erlebt und diverse Erlebnisse hatten uns fest zusammengeschweisst. Um so schmerzlicher war der Verlust, als für uns im Januar 2001 krankheitsbedingt die Zeit des Abschieds gekommen war. Daraufhin überlegte ich, wie ich mein Pferd wohl am Besten "verewigen" kann und schuf diese Seiten, um so die Erinnerung an sie wachzuhalten.
|
In meiner "Piroschka II"-Zeit hatte ich für ca. 1 1/2 Jahre ein zweites Pferd. Von heute auf morgen konnte ich einen damals 8jährigen Westfalen vor dem Schlachter bewahren. Der 178cm große Wallach war im Ungang sehr brav, galt jedoch als unreitbar. Gewiß, er hatte seine Eigenheiten beim Reiten, aber so nach und nach konnte er völlig normal geritten werden. Wie auf dem Bild nebenan zu sehen, sind wir sogar eine Jagd mitgeritten.
Leider bekam "Traumtänzer" dann plötzlich Probleme mit dem Herzen, die so stark wurden, daß ihn dann schließlich doch sein Schicksal ereilte. Es war nicht leicht, sich von einem sonst kerngesunden Pferd -im Besten Alter- sich auf diese Art trennen zu müssen.
|

"Traumtänzer" und ich
|

"Ronja" und ich
|
Nach diesen schmerzlichen Erfahrungen konnte ich einige Zeit keine Pferde mehr sehen. Nach ein paar Monaten aber spürte ich, daß ich es so ganz ohne Pferde doch nicht aushalte. Ab Mai 2001 hatte ich eine Reitbeteiligung auf "Nasra", die ich 2-4 mal die Woche geritten habe und die mir sehr an's Herz gewachsen war. Zwischenzeitlich hatte ich noch "Grandezza" geritten und reite ab und zu auch mal "Amanda". Nicht zu vergessen der hübsche "Playboy". ..... Der Pferdevirus läßt einen halt doch nicht los !
Aber so richtig gepackt hat es mich wieder im Juni 2004. Eigentlich auf der Suche nach einer neuen Reitbeteiligung stolperte ich über ein Anzeige. Eine Schimmelstute stand zum Verkauf. Eigentlich wollte ich ja gar kein Pferd kaufen, aber diese Anzeige ging mir nicht mehr aus dem Kopf ! Nachdem ich mir dann "Ronja" angesehen (und probegeritten) hatte, stand für mich fest: Ich brauche wieder ein eigenes Pferd ! Und nicht irgendeines, nein, "Ronja" muss es sein ! ... obwohl ich doch eigentlich nie eine Schimmel haben wollte ....
Leider starb Ronja im Oktober 2008 nach kurzer schwerer Krankheit. Dieser Verlust hat mich schwer getroffen. Ronja war wirklich ein Ausnahmepferd und so ein Pferd werde ich wohl nie wieder bekommen. Wie sang schon Udo Lindenberg: "Wie kann man nach einem Weltraumflug mit einem Job auf der Bodenstation zufrieden sein!" ....... |
Pferde haben in all' den Jahren mein Leben bereichert und mir viel gegeben. Ich war immer stets bemüht, diesen edlen und sanftmütigen Geschöpfen etwas (soweit mir möglich war) zurückzugeben. So entstand immer eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die diejenigen, die dies nie erlebt haben, nie begreifen werden !
|
|
In diesem Sinne möchte ich nun mit den Worten eines Unbekannten schließen:
"
Gott möge mich vor einem Himmel ohne Pferde bewahren
! "
|
|